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Wenn eine Operation nötig ist
Bestehende Varizen können nur mit operativen Massnahmen beseitigt werden. An erster Stelle steht dabei heute immer noch die klassische Krampfadernoperation mit dem sog. Stripping der Stammvenen und der Phlebektomie der Seitenastvarizen. In den letzten Jahren haben sich v.a. für das Stripping einige alternativen Methoden entwickelt, die in ausgewählten Fällen ebenfalls ihre Berechtigung haben. Allerdings liegen hier noch keine Langzeitresultate über 5 Jahre vor. Die Kosten dieser alternativen Methoden werden i.d.R. nicht von den Krankenkassen übernommen.
Die klassische Krampfadern-Operation (Stripping und Phlebektomie)
Bei der klassischen Operation wird meist die vordere Hauptvene (Vena saphena magna) in der Leiste gegen die tiefe Beinvene unterbunden und durchtrennt. Anschliessend kann sie mit einer Strippersonde entweder bis unterhalb des Knies oder bis auf Höhe des Sprunggelenkes unter der Haut herausgezogen werden (sog. Stripping). Die Nebenastvarizen werden anschliessend durch kleinste Stiche in der Haut mit einem Häkchen entfernt. Dieses Verfahren ist sehr sicher, effizient und seit vielen Jahren erprobt. Ebenfalls ist das kosmetische Ergebnis danach optimal, da die kleinen Schnitte nach der Abheilung kaum mehr sichtbar sind. Ein solcher Eingriff kann entweder in Teilnarkose (Spinalanästhesie) oder in Vollnarkose durchgeführt werden.
Endovenöse Lasertherapie (EVLT)
Die Endovenöse Lasertherapie (EVLT) ist eine Alternative zum Stripping. Bei dieser Methode wird mittels einer Kanüle meist unterhalb des Knies eine Lasersonde in die Stammvene eingeführt. Anschliessend wird die Vene schrittweise von der Leiste her in Richtung Fuss durch die Hitze des Laserlichtes verödet. Hauptproblem dabei ist, dass in ca. 20% der Behandlungen kein vollständiger Verschluss der Stammvenen erreicht werden kann, so dass sich später wieder Krampfadern ausbilden (sog. Rezidivvarizen). Seitenastvarizen können damit nicht behandelt werden. Die Kosten dieser Methode werden in der Schweiz von den Krankenkassen nicht bezahlt, da die Ergebnisse nicht vollständig überzeugen und die Methode noch zu wenig erprobt ist. Auch die Risiken sind bei dieser Methode nicht unerheblich.
Radiofrequenzkoagulation (VNUS)
Die Radiofrequenzkoagulation ist analog wie die EVLT eine Alternative zum Stripping. Das Vorgehen ist sehr ähnlich. Hierbei wird aber eine spezielle Elektrode in die Stammvene eingeführt und die Verklebung der Venen wird mittels Strom erreicht. Die Ergebnisse sind insgesamt etwas besser, in ausgewählten Fällen werden seit neustem die Kosten z.T. von den Krankenkassen übernommen. Vorteil ist hier wie bei der EVLT auch, dass der kleine Schnitt in der Leiste entfällt. Nachteilig allerdings, dass nicht immer ein vollständiger Verschluss der Stammvenen erreicht wird (bis zu 20%!).
Shaving (TriVex)
Diese Therapieform kommt vor allem bei massiven Seitenastvarizen zur Anwendung. Die Stammvenen können damit nicht behandelt werden. Beim Shaving werden mit einem speziellen ’rotierenden Messer’, dem sog. Shaver, die Krampfadern unter der Haut weggefräst. Die Methode hat sich nur wenig durchgesetzt, nicht zuletzt auch, weil die Krankenkassen nicht die vollen Kosten einer solchen Operation übernehmen. Es fallen also Zusatzkosten an, die der Patient selber tragen muss.
Zusammenfassend muss man noch bemerken, dass es bei den neuen endovenösen Therapien wie VNUS und EVLT einige Risiken wie Thrombose, Lungenembolie, Hautverbrennung, Venenentzündungen und Nervenschädigung geben kann. Diese Methoden müssen also noch kritisch beurteilt werden.
Endoskopische Perforansligatur
Zuletzt muss auch noch die endoskopische Perforansligatur erwähnt werden. Diese spezielle Technik wird nur selten angewendet, v.a. beim offenen Bein (Ulcus cruris). Dabei werden die betroffenen Varizen bzw. defekten Perforansvenen unter Sicht mit einem Endoskop saniert, damit nicht durch das infizierte Ulcus hindurch operiert werden muss.
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